Fast ein Jahrhundert.

 

Zum 8. August 2017

 

Advent war genau dann, wenn wir zu ihr fuhren.

Wenn das Auto trotz unendlicher schneeweißweiter Landschaft für fahrtüchtig erklärt wurde und die Rüschenblusen aufgebügelt wurden.

Advent wurde, wenn sie quer über die schneeweißweite Festtafel rief: „Prost Kinder“. Wenn sich auszahlte, was wir im kleinen Leben an Etikette lernten.

Stil war selbstverständlich, doch wenn die Themen der Erwachsenen zu nah oder zu politisch wurden, dann rief sie einfach: „Kinder, habt ihr genug Kroketten?“ Und wir wussten, wie es sich anfühlen würde – dieses Weihnachten.

Als wir größer wurden, überließ sie uns ihr Apartment am Palmengarten, ohne Fragen zu stellen.  Mehr als Tee hatte sie hier wohl nie gekocht, aber wir haben auch nie mehr wissen wollen. Von ihr lernten wir Großstadt.

Sie war es, die den Eltern erklärte, dass die Kinder doch natürlich durch die Welt fliegen sollten.

Sie überlebte einen Flugzeugabsturz.

Sie trug Silberbroschen und trank gern Bier. Aber immer mit Glas!

Abends ging sie mit einer Alditüte durchs Westend.

Als ich 9 war, kochte ich meine erste Marmelade (Erdbeer, selbstgepflückt) und schenkte sie ihr zum Geburtstag. Es war ein großer Geburtstag. Viele waren da und sogar der Pfarrer. Zwei Tage später rief sie an und erzählte mir, dass sie auf dem Balkon sitzt und ein Toastbrot mit meiner Marmelade isst. Und dass es gut ist. Mich hatte vorher noch nie jemand angerufen. Mich.

Später lehrte sie uns, dass Bayreuth mehr als irgendeine Kleinstadt ist.

Wer uns willkommen war, war es ihr auch. Fraglos.

Sie war auch das, was Andere gern sein wollten. Aber eigentlich wussten wir wenig über sie.

Sie hatte ein Weltzuhause und ein perfekt-pünktliches Geburtstagskartenmanagement. Sie mochte es nicht, Geschenke zu kaufen, legte aber immer ein paar Mark in die Karten. Und jeder kriegt das Gleiche, nur dass Ihr das wisst.

Sie wusste alles, ohne jemals zu fragen.

Ihr seid mir wie eigene Kinder, sagte sie ganz manchmal, und das verbindet uns auf eine ganz feine Weise. Auch jetzt.

Sie mochte keine Eiskrem. Glatteis machte sie unsicher.

Sie trug Schuhe, die ich damals nur aus Spielfilmen kannte.

Sie reiste in ferne Länder und winzige Dörfchen.
Sie war gern in der Luft und dies viel mehr als auf der Straße. Und dort nur mit Anderen. Sie fand immer Mittel und Wege und Chauffeure, überallhin. Sie fuhr Taxi und NVV-Bus, Hauptsache, sie erreichte ihr Ziel.

Als sie aus ihrem Haus auszog, gab sie mir ihre Kuchenplatte mit Goldrand. Und Krümeltellerchen. Krümeltellerchen!

Ihr großes Zutrauen in das, was wir – so ganz „Anderes“ – taten, hat mich immer beeindruckt.

Sie war es, die auf Anhieb verstand, dass ich irgendwann ganz dringend einen guten Schnellkochtopf brauchte.

Sie freute sich, dass das Leben weiterging. Sie erwartete nie, besucht zu werden. Und ließ alles stehen und liegen, wenn Du kamst. Sie hatte immer Butterkekse und Bier. Und Krümeltellerchen. Aber eigentlich haben wir wenig gewusst, von ihren anderen Welten.

Offensichtlich lehrten sie sie auch, immer das zu sehen, was noch gut an den Dingen ist. Und den großen Segen, der auf dem Leben liegt.

Wenn Du wüsstest, dass ich gerade jetzt am anderen Ende der Welt bin, würdest Du sagen: „Mach es Dir schön, mein Kind, Du musst dich doch nicht um mich Alte kümmern“. So war es immer und von Herzen. Und Du würdest Dich für mich an all dem freuen, und die weißweiten Schneefelder auf den Bergspitzen vor Dir sehen. Und irgendjemanden anrufen, der mir längst ausverkaufte Karten für die Opera an der Kasse hinterlegt.

Und wenn auch ich zuhause bin, dann backe ich Frankfurter Kranz mit Erdbeermarmelade (selbstgekocht) und stelle ihn auf die Kuchenplatte mit Goldrand. Und dazu ein Bier, im Glas, hinter dem sich meine Tränen verstecken.

 

SommerSonnenRot.

 

Fäden und Netze.

KinderKücheKirche. Für heute buchstabiert.

Rot ist kein Reim auf Tod. Zumindest heute.

Heute alles unzensiert.

Nähme ich Flügel der Abendröte —

Tausenderlei Abblendlichte, denen wir folgen. Regelbeflissen.

Was war, als Ressource, und die Träume für das, was kommt.

Blauflammende Abendsonne, zell-mattiert, diffus klar aufs Leben geleuchtet.

Wie oft im Leben habe ich mich eigentlich schon in Salzgitter verfahren?

Wer hat von meinem Tellerchen gegessen?

Kann man eigentlich…/ Wer hat schon mal…?

Braucht es denn immer eine, die Kartoffeln schält?

Und das Schild an der Tür sagt Dir: „Wir haben Ferien.“

Und der perfekten Welt fehlt das N.

U_d   _ei_, wir kaufe_ es _icht _ach, sondern legen die Münzen dafür auf den Tresen:

Himbeereis, bitte.

Die Buchstaben sortieren sich und die Welt erst später.

Tag statt Nacht um uns.

Immerwachende Netze und Fäden.

Bitte.

Und: Danke.

Gottes prophetisches Anagramm als Theorie des Pfarramts, gepredigt.

Predigt zur Einführung als Studienleiterin am Evangelischen Studienseminar Hofgeismar. Zu Jon 3, 10-4,11 (3.S.n.Tr., Reihe IV)

 

I Am Anfang: Hören

„Geh“, hörte Abram. Und ging.

„Geh“, hörten Männer am See, ließen ihre Fischernetze fallen, und gingen.

Männer und Frauen gehen los. Sie  hatten etwas von Gott gehört: Ein Wort. Etwas, das ihr Leben in ein neues Licht stellte.

„Geh“ –  Und Jona: Er flieht.

Gott macht einen zweiten Anlauf. Augenscheinlich tut er das oft.

Gott ruft. Und Du gehst oder fliehst, Echos klingt in Deinen Ohren.

 

MUSIK (Kehrvers von „Du bist ein Gott, der mich anschaut“ instrumental, leise, andeutend.)

 

II. Dazwischen: Gehen

Geh raus. Raus aus der Stadt. Raus aus meiner kleinen Welt. Tapetenwechsel. Mal was Anderes sehen. Ins Grüne.

Landgrafen verbrachten hier den Sommer. Wenn es in der Stadt zu heiß wurde. Sie Ruhe brauchten zum Nachdenken, Lesen, Arbeiten, im Park Lustzuwandeln, zu musizieren, für Gespräche. Es wirkt einfach und leicht, dieses Leben.

Es ist gut, ein geistliches Sommerhaus zu haben. Denn da ist es einfach. Wirkt leicht und ist wichtig zugleich. Mit Abstand zu allem, was im Alltagsgeschäft hitzig und kompliziert ist. Mit Zeit zum Nachdenken. Tragfähiger Tagesroutine und gutem Essen. Ruhe zum Nachdenken und zum Streiten um der Klarheit und Wahrheit willen. Fleißig sein und trotzdem Zeit haben.

 

MUSIK (Kehrvers von „Du bist ein Gott, der mich anschaut“ , „passend“)

 

III Predigtvorbereitung. Die Hörer

Gott ruft. Jona soll eine richtige Ansage machen. Zeitansage. Für Jona heißt das: Auftrag zur Predigtvorbereitung – ein Tag, eine Nacht, ein Tag, eine Nacht, ein Tag, eine Nacht.

Ich will da nicht hin. Die Leute in Ninive haben einen Ruf. Die Anderen, diese ganz Anderen. Sie sind nicht einfach nur ein bisschen unsympathisch. Sie sind nicht einfach die gottlosen Stadtmenschen. Oder was man so von ihnen erzählt: Die sich selbst und anderen fremd sind und isoliert und in ihren eigenen vier Wänden und sich selbst gefangen. Von den Niniviten wird erzählt, sie folterten ihre Feinde und hängten ihre Körper an der Außenseite der Stadtmauern auf. Dohlen, Eulen und Raben, die ohnehin nichts haben, wo sie ihr Haupt hinlegen können, sind stetig ruhelos und schreien und klagen, sagt man über Ninive; so steht’s in der Bibel (Zeph 2, 14). Ich habe versucht, mir das vorzustellen. Als ich Sonntagfrüh hier am Park saß und der Welt zuhörte. Macht doch morgen früh mal das Fenster auf und hört. Und dann dieses Geschrei, Gezeter, umgetrieben, klageschreiende Stille. Mir tun die Ohren davon weh und ich merke: Es gibt auch ein leises Echo davon in mir. Von dieser Macht, an der Leben Sprünge bekommt und klirrend zu Boden fällt.

Ich will so wenig wie möglich mit dieser ruhelosen Brutalität zu tun haben, mit dem übermächtig Bösen.  Auch dem, das ganz nah ist. Wir wissen nicht, was die Mauern Ninives so dick und ihre Herzen so kalt macht. Herr, erbarme Dich.

 

STILLE und danach ganz, ganz leise: MUSIK (Kehrvers von „Du bist ein Gott, der mich anschaut“)

 

IV Predigtvorbereitung. Der Prediger

Irgendwann zwischen „Geh und ruf“ – Ihr erinnert Euch: So hatte Gott es gesagt – und den Schiffsanlegestellen Deines Lebens, die in alle möglichen Richtungen gehen, trifft Jona eine Entscheidung: Nur weit weg. Ich kann das nicht. Ich will das nicht. Ich mag das nicht. Soll doch ein Anderer. Ich bin nicht würdig. Ich lebe nicht recht. Ich tue nicht, was ich denke, was Andere erwarten. Ich bin zu jung. Ich bin zu alt. Das ist mir zu schwer. Das dauert mir zu lange. Ich mache mich lächerlich.

Jonas Schiff geht genau in die entgegengesetzte Richtung. Weg, Hauptsache weg. Was kommt, ist persönliche Sintflut. Flucht, Schiff, Sturm, Selbstaufopferung und Fallen und Meer und unendliche Tiefe und der Fisch. Magischer Unort voller Unrat und Fischabfälle und Gestank und Gebet, Ort von allem, was Dir peinlich ist, Ort vermeintlicher Irrwege, sagen die Anderen, die Gesellschaft, die Eltern, oder die, die zu wissen meinen, wie Kirche geht, und mitten darin: einer, der von Gott bewahrt wird. Eine Gnade, die die Wahrheit an die Hand genommen hat. Sieh hin! Hier. Jona, ausgekotzt vom Fisch am Strand. Fabel und Farce. Bewahrung und — dazu sagt die Geschichte nichts, wie Jona darüber denkt. Weggelaufen und trotzdem da, vielleicht nie Gott näher.

 

V Predigtvorbereitung. Textur

Geh, sagt Gott ein zweites Mal. Und Du machst Dich auf.

Stehst auf, mit wackligen Knien, klopfst die Sandkruste von der Haut, die die Sonne dir eingebrannt hat. Und immer bleibt ein Rest. Zwischen den Zehen, in den Argumenten und im Schlingern zwischen Richtig und Falsch. Drei Tage dauert’s. So groß ist die Stadt, so weit ist der Weg.  Große Stadt, von Noahs Nachkommen erbaut. Noah-Jona. Eine Geschichte aus den gleichen alten Buchstaben. Bibel schreibt Geschichte mit den alten Buchstaben neu. Diese Stadt, dieser Predigtort dort ist ein Echo überlebter Sintflut. Echo überlebter Sintflut.

Einen Tag lang läuft Jona in die Stadt hinein. In zerrissener Kleidung, durch vorgartenbegrünte Vorstadtsiedlungen, und die blankgeputzten Gassen der Dörfer, die sich für die Sommerkirmes rüsten: Durch die Kirchen, in denen die, die kommen, ihren festen Platz haben, wo doch Platz für alle wäre, Leben eine Verstrickung unausgesprochener Regeln ist, und durch die Anderwelten, in denen es nie Tageslicht gibt und es aus den Ecken stinkt wie im Inneren eines Fisches.

Jona läuft durch diese Stadt, mit wenig mehr wohl als einem kleinen schwarzen Ringbuch voller Predigtskizzen, Schreibübungen, Anfangssätze, Kernsätze, Szenen, mindmaps, durchgestrichen und wieder emporgeholt, Seiten rausgerissen und post-it hier und da. Kommunikation des Evangeliums ist das zerknautschte Zettelchen in der Hosentasche mit eilig notierten Einsichten, das den Waschgang im Fisch überlebt, selten Fließtext auf elfenbeinfarbenem Bütten.

Od arbaim jom we ninewe näpacät.

Noch drei Tage, und Ninive geht unter.

 

VI Predigtanalyse. How to do things with words

Es gibt ja so Predigten, die machen einen ratlos und doch ahne ich: Irgendwas ist da. Und für mich gehört das zu den Aufgaben dieses Pfarramtes, das zu sehen und zur Sprache zu bringen, was da ist, und was daraus werden könnte, und was darauf wartet, gesehen und gesagt zu sein. Und Euch zu sagen, dass das wirklich arg schwer ist, es einfach und leicht und gut zu machen. Und dass man dafür nicht allein Zeit und Schlaf braucht, wie Ihr es sagt, sondern auch Fleiß und Beharrlichkeit. Und ich höre zu, immer und immer wieder. Und staune. Und sag so Sachen wie: Macht die Fenster auf und hört zu! Und geht raus und lest Lehrbücher und denkt sie weiter. Viel weiter, als wir Alten ahnen. Und dass es um des Evangeliums willen lohnt, mutig zu sein und kreativ und – vor allem – es verlässlich zu tun und so, dass es Dich selbst fröhlich macht. Und denen klar zu widersprechen, die dann und wann mal von der Macht des Faktischen unter Druck gesetzt sind. Und dass jede hier die Zumutungen der Institution kennt. Und zugleich die Freiheit, die sie lässt. Und dieses Gefühl, von allem verlassen zu sein. Seht Jona an. Und will sagen, dass es dennoch lohnt, zu hören, auf die Schrift und die Leute auf der Straße, was sie sagen, wenn sie nicht wissen, dass Du der Pfarrer bist, und auf die Stimmen aus theologischen Büchern – zumindest manchen – und auf kluge Kollegen und Kolleginnen, was sie denken, was sie glauben und was sie Dir raten. Dass ist das Allererste, wo es sich zu kooperieren lohnt.

Und ich denke an Jona. Den zerrissenen Jona in der Welt mit Vorgartengrün und regelbewehrtem Kirchenbesuch. Und ich denke an kleine, zerrissene Predigtworte. Und an Sonntage, an denen meine Worte so nichtssagend scheinen. Und an Fluchten in Klischees dahin, was wir angeblich alle meinen oder glauben oder von denen damals in Korinth oder sonstwo lernen sollen.

40 Tage, und ihr werdet untergehen.

Es ist das, was Jona sagt: nach einem Tag, einer Nacht, einem Tag, einer Nacht, einem Tag, einer Nacht.

Und dann spricht er nicht mal ihre Sprache. Die Niniviten hören fremde Worte. Fremd wie Halleluja und Amen und Kyrie eleison und preußischer Talar. Jona knüpft nicht an ihre Lebenswelt an. Er ist auch kein impliziter Besserwisser, der sie irgendwo abholen und hinbringen will. Er erzählt keine Beispiele. Und mit ganz großer Wahrscheinlichkeit mag er seine Hörer nicht besonders. Eigentlich wäre er froh, sie hörten ihn gar nicht. Veränderung macht ja auch Angst. Auch dem, der sie ansagt. Weil sie zeigt, dass die Welt offen ist. Beschlossen bei Gott, nicht bei uns. Jona redet, weil er es muss. Die große Freiheit unseres Dienstes ist auch darin begründet, dass wir so Vieles einfach tun müssen. Mag sein, Jona hat mit dem Leben abgeschlossen. Als Bote schlechter Nachrichten sieht er sich schon aufgeknüpft an der Stadtmauer. Und hört diesen schrillen Schrei der Dohlen und Eulen und Raben. Man hat ja gelegentlich so Phantasien, was alles Furchtbares passieren könnte, der Schatten des permanenten Ernstfalls. Und das lähmt. Ich könnte ja, aber… – was sollen die nur denken – die Studienleiterin, der Chef, die Kollegen und vor allem: die Gemeinde? Ihr kennt die tausend Gründe, die einem dann einfallen.

Jona aber redet. Die wirksamste Predigt, von der die Bibel berichtet.

Und ich schaue mich um in unserer Kirche nach dieser Wirksamkeit, und höre diese Worte, der Schrift und dem Leben abgetrotzt, auf Euren Kanzeln in Kalbach und Lohfelden, im Ebsdorfergrund und am Limes, in Ostheim, Marburg und Maintal, in Leislau und Wuppertal, in Haunetal, Habichtswald, Hanau, Hildesheim und hier in Hofgeismar. Oder wo Dein Platz ist, wohin Dich Gott ruft. Und ich sehe die Kirche, die auf Marktplätzen und in Kneipen spricht, und ich sehe den kleinen Jona, mit zerrissener Kleidung und wirrer Mappe voller Zettelchen, und ich sehe meinen Ärger über seine unfrisierten Haare und seine ausgelatschten Schuhe, wo wir doch so professionell sind, um in der Welt gehört zu werden, und ich sehe die vielen durchgestrichenen alten Buchstaben, neu sortiert, und ihn selbst: auf einer Obstkiste stehend, preaching on the streets.

Und ich versuche in Euren Stimmen zu hören, was Ihr sagen wollt. Was Ihr von Gott verstanden habt. Öffentlich und in Euren Amtszimmern.

Die leisen, die zittern, weil sie so sehr wissen, wie angewiesen sie darauf sind, dass in ihren Worten mehr spricht als sie selbst.

Die pragmatischen, die alles nach den Regeln des Handwerks machen, um nur ja alles richtig zu machen.

Die, die nie wirklich fertig werden, mit dem Text und ihrer Zeit und ihren Fragen.

Und die, die sich mit deutlicher und vernehmlicher Stimme eigentlich nach so viel Tiefe sehnen.

Es ist 40 Tage Zeit. Es ist Zeit. Es ist nicht unendlich viel Zeit. Wie Wüste. Wie Sintflut. Extreme von Alles oder Nichts. Das Leben ist begrenzt, und das ist gut so, sagt Agende IV. Und das Evangelium klingt anders, wenn es Dir jemand sagt, als wenn Du es nur weißt. Glaubt mir.  Und eigentlich hast Du ziemlich genaue Pläne für diese 40 Tage: Handlungsfähiger werden in Konflikten lernen, Homiletik, TKH und Abschiedsfest, Konfi am Dienstagnachmittag und Frauenhilfe am Mittwoch, Trauungen, vielleicht ein paar mehr als die Jahre zuvor, Schulbrote schmieren, an Gräbern stehen mit „Ich bin die Auferstehung und das Leben“, und „Christ ist erstanden“, und vielleicht singst Du das zum ersten Mal allein da draußen vor all den Menschen, von der Bewahrung durch den Tod hindurch, den Jona so sehr ersehnt.  Und dann ist da Am-Schreibtisch-Tüfteln oder wo auch immer dafür ein guter Ort für Dich ist, am Brunnen, Sommerfrische in den Bergen oder in Omas Ferienhaus. Mit Lustwandeln, Musizieren und Lesen. Einfach und leicht.

Und darin ist doch dieses Andere. Das, was das Leben in allen unseren Vorhaben bedeutsam sein lässt.

Und einer ist da, der es sagt: 40 Tage noch. Es ist Zeit. Und: Die Zeit ist begrenzt.

Predigen ist auch: Zur Sprache und ins Spiel bringen, was von Gott her da ist. Dem ist Wirkung verheißen.

 

VII Wirkung

Die Niniviten kehrten um. Mit Mann und Maus und König und allem Getier. Samt und sonders. Fast schon pittoresk. Als ob sie aus einer Arche herauskröchen. Jona ist archaisches Anagramm für Noah. Sie, die von Gott nichts wussten. Die kein Wort dieser fremden Predigtsprache verstehen, folgen der leisen Stimme eines zerrissenen, clownesken Predigers mit unfrisiertem Haar. Gottes Anagramm für die gefallene Welt ist Bewahrung.

Doch Jona flieht erneut. Jona flieht vor dem, was geschehen wird. Bewahrung für die, die wir gern los wären. Raus aus Ninive, vor eine brüchige Bretterhütte im Gurkenfeld. Weil genau geschehen wird, was Jona nicht sagt. Damit geschieht, was Gott mit der Welt vorhat. Umkehr. Bewahrung. Frieden. Zusammenleben aller Kreatur. Auch das ist aber eine weitere Geschichte. Predigt ist auch immer Verweis auf Weiter-Predigen. Jona jedenfalls flieht nach Osten. Dorthin, wo Gott Kain schließlich fand. Und auch ich fliehe, lehne mich an die lose Bretterhütte meines Lebens, wo Gott wachsen und vergehen lässt, was mein Leben ausmacht.

Und werde nachdenklich. Darüber, wo Andere dem Wort so viel mehr zutrauen als ich selbst.

Ich bin auch beschämt.  Darüber, wie ich über die denke, die unserer verfassten Kirchlichkeit so anders sind.

Und ich bin angerührt. Dass Gott sie sich zu eigen macht – kleine Worte aus alten Buchstaben.

Predigtskizzen, Schreibübungen, Anfangssätze, Kernsätze, Szenen, mindmaps, durchgestrichen und wieder emporgeholt, irgendwo aus dem Alltag rausgerissene Seiten und post-its, an Zufallsbegegnungen, Klänge und Bilder geklebt, zerknautschte Zettelchen mit eilig notierten Einsichten.

Mit all dem bin ich jetzt hier, seid Ihr hier. Bretterhütte und Sommerhaus.

Landgrafen verbrachten hier den Sommer. Wenn es in der Stadt zu heiß wurde. Sie Ruhe brauchten zum Nachdenken, Lesen, Arbeiten, im Park Lustzuwandeln, zu musizieren, für Gespräche. Es wirkt einfach und leicht, dieses Leben.

 

MUSIK (Kehrvers von „Du bist ein Gott, der mich anschaut“ , heiter und beschwingt)

 

Am Ende: Hier (II)

Es ist gut, ein geistliches Sommerhaus zu haben. Denn da ist es einfach. Ich wünschte Jona so ein Haus.

Und ganz gleich, ob in Eurem Bild dieses Haus am Meer steht oder in Omas Garten: Auch hier steht so ein Haus. Vielleicht nicht immer. Doch viele schauen danach, dass es für Euch und für uns selbst so sein kann.  Es lohnt also, Augen und Herz danach offenzuhalten.

Und Gott lässt am Haus entlang wachsen, was Dich beschirmt. Rizinus mit riesigen Blättern. Wenn es sein muss, ganz schnell. Du weißt gar nicht, wie. Und Gott lässt vergehen, durch kleine Widrigkeiten und heißen Gegenwind. Du trauerst, obwohl Du nichts für all dies getan hast.

Und am Ende liegen neu sortierte Worte da. Gott sagt’s so: Ich bin da. Ich sehe und denke dir nach. In dem, was Dich bewegt. Ich bin davon angerührt. Und neues Reden von Gott ist da. Aus einem Fisch gerettet und neu sortiert. Für Dich. Für Euch. Nehmt und geht und sagt’s und tut’s.

 

Der Predigttext gehörte zu den Einführungslesungen und ging so:

Gott sah Ninives Taten.

Sie waren umgekehrt von ihrem bösen Weg,

und es reute Gott wegen des Bösen,

das er geredet hatte, ihnen zu tun,

und er tat es nicht.

Das war böse für Jona,

ein großes Bösesein,

und es wurde ihm heiß.

Er betete zu Gott (JHWH) und sprach:

Ach, Gott, war das nicht meine Rede, solange ich auf meinem Erdboden war? Darum wollte ich dir zuvorkommen, um nach Tarschisch zu fliehen.

Fürwahr, ich wusste, dass du ein gnädiger und barmherziger Gott bist,

langmütig zum Zorn und reich an Güte,

und einer, den es reut wegen des Bösen.

Aber nun, Gott, nimm doch mein Leben von mir, fürwahr, besser ist mein Tod als mein Leben.

Und Gott sprach: Ist es recht, dass Du zornig bist?

 

Und Jona ging aus der Stadt hinaus

Und ließ sich östlich der Stadt nieder.

Und er machte sich dort eine Hütte

Und ließ sich unter ihr im Schatten nieder,

bis dass er sähe,

was in der Stadt geschähe.

Und Gott (JHWH) bestimmte einen Rizinus,

und der stieg auf über Jona,

um Schatten zu sein über seinem Kopf,

um ihn herauszureißen aus seinem Bösesein.

Und Jona freute sich über den Rizinus,

eine große Freude.

Und Gott bestimmte einen Wurm,

als aufstieg die Morgenröte am folgenden Tag.

Der stach den Rizinus,

sodass er verdorrte.

Und es geschah, als die Sonne aufstrahlte,

da bestimmte Gott einen scharfen Ostwind.

Da stach die Sonne auf Jonas Kopf,

sodass er verschmachtete.

Und er wünschte seiner Seele zu sterben und sprach:

Besser ist mein Tod als mein Leben!

Und Gott sprach zu Jona:

Ist es gut,

dass du zornig bist wegen des Rizinus?

Und er sprach:

Es ist gut,

dass ich zornig bin bis zum Tode.

 

Und Gott (JHWH) sprach:

Du, du hast Mitleid um den Rizinus,

um den du dich nicht gemüht hast

und den du nicht großgezogen hast,

der innerhalb einer Nacht da war

und innerhalb einer Nacht zugrunde ging.

Ich aber, ich sollte nicht Mitleid haben um Ninive, die große Stadt,

in der es an Menge mehr als 120 000 Menschen gibt,

die nicht zu unterscheiden wussten zwischen rechts und links,

und viel Vieh.

 

 

Zu Pfingsten 2017 gepredigt.

Stiftskirche Windecken, Verabschiedung aus dem Gemeindepfarramt daselbst (Joh 14, 15-19. 23b-27)

 

Hier ist der Text.

Jesus sagt: Wenn Ihr mich liebt, zeigt es dadurch, dass Ihr tut, was ich Euch gesagt habe. Ich werde mit dem Vater sprechen, und er wird Euch einen anderen, der tröstet, geben, so dass Ihr nie ungetröstet sein werdet. Dieser Tröster ist der Geist der Wahrheit. Die gottlose Welt kann ihn nicht annehmen, weil sie keine Augen hat, ihn zu sehen; sie nicht weiß, wonach sie schauen soll. Ihr aber kennt ihn, weil er bei Euch geblieben ist und in Euch bleiben wird.

Ich werde Euch nicht als Waisen zurücklassen. Ich komme zu Euch. In Kürze wird die Welt mich nicht mehr sehen, Ihr aber wohl, weil ich lebe und Ihr auch leben sollt.

Wer mich liebt, wird mein Wort sorgfältig hüten und mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und Nachbarn sein. Meine Worte aber nicht zu halten, bedeutet, mich nicht zu lieben. Das Wort, das Ihr hört, ist nicht mein Wort. Es ist das Wort des Vaters, der mich gesandt hat.

Ich erzähle Euch diese Dinge, während ich noch mit Euch lebe. Der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater in meinem Namen senden wird, wird Euch alles leicht machen. Er wird Euch an alle Dinge erinnern, die ich gesagt habe. Ich verlasse Euch wohlbehalten und in Gänze. Das ist mein Abschiedsgeschenk für Euch: Friede. Ich verlasse Euch nicht so, wie Ihr es gewohnt seid, verlassen zu werden – preisgegeben, beraubt. Deshalb seid nicht aufgebracht und verstört.

So steht es im Johannesevangelium im 14. Kapitel.

 

Du bist ein getrösteter Mensch. Und niemand ist ungetröstet. Das ist Pfingsten. Wo geschieht, was Jesus sagt. Sieh (richtig) hin. Auf die Anderen. Auf Dich selbst.

 

Tut doch einfach, was ich Euch sage. So einfach ist die Welt. Hast Du vielleicht schon mal gehört. Oder wie es sich anfühlt, wenn denn endlich mal jemand tut, was Du sagst.

Hier sagt’s einer. Und alle sind getröstet. Auch Du. Pfingsten ist: Geist für Dich.

 

Also lasst uns zunächst aus dem Weg räumen, was man so zuerst zu diesem Predigttext denken könnte: Dass es um Abschied geht und jeder das kennt, und die Jünger auch und dass ja alles gar nicht so schlimm sei mit dem Abschied, weil Gott und der Glaube und die weltweite Kirche und wir sowieso alle verbunden und so weiter.

 

Oder: Dass die Gemeinden des Johannesevangeliums verfolgt waren, um ihr Überleben kämpften, nach etwas Dauerhaftem suchten, und wir heute ja auch – und der demografische Wandel, die Werte der Kirche, der heftige weltanschauliche Gegenwind, Drohungen gegenüber Pfarrerinnen und Pfarrern, von außen und von innen, und so weiter. Alles, was uns so umtreibt, beschäftigt und sorgt.

 

Oder schließlich: Dass ja alles eine Frage des Geistes sei und es natürlich überall sonst besser, neuer, schöner, professioneller, größer und begeisterter sei als bei uns, einer Kirche, die für alle da ist. Und damit diffus. Gerichtet an die draußen und unten. Und die diese lästigen Leute habe, die nur an Weihnachten in die Kirche kämen, wegen der Krippe und der Kerzen und „O du fröhliche“. Gerichtete Kirche. Ja, auch an die drinnen und oben. Und Du doch vor allem denkst: Hauptsache die Kirche ist dort, wo ich bin oder wo ich will, dass die Kirche ist. Und die Pfarrerin. Und mit ihr möglicherweise auch noch der Geist. Und Pfingststimmung ist, auf der bunt verzierten Geburtstagstorte der Kirche hellblaubuntgeringelte Kerzchen anzuzünden, als ob wir einem unserer Kinder eine Freude machten und den Tag mit einer Schnitzeljagd nach dem Glauben oder den Glaubenden verbrächten.

 

Natürlich widersprecht Ihr und runzelt die Stirne. Weil Euch die Kirche lieb und wert ist. Und mir ja auch. Und weil es gut ist zu wissen, wie Abschied sich anfühlt. Weil uns das auch solidarisiert: in der Kirche, und perspektivisch nicht nur, aber auch als Kirche. Und weil es unbedingt notwendig ist, darauf zu sehen, wo Christen verfolgt und geächtet werden und sie unserer Hilfe und unserer Fürbitte so dringend bedürfen. Und weil auch unbehaustes Christsein sich nach Heimat sehnt und Gemeinden wie Wohnzimmern und die meisten gerne Kuchen essen.

Und wir werden sagen: Manche sagen halt so, Andere sagen so. Und alles ist wenigstens ein bisschen relativiert. Und letztlich geschieht nichts. (und nicht nur, weil wir uns hilflos erleben) Weil wir einander nicht kränken wollen. Weil wir einander lieb und wert sind. Und das so ein hohes Gut ist in einer rauhen Welt. Wenigstens doch in der Kirche.

 

Jesus sagt nach dem Johannesevangelium: Liebt mich. Hütet mein Wort. Gott wird Euch lieben. Und wir werden Nachbarn sein, Wohnung bei Euch nehmen – wie Luther es sagt.

 

Jesu Abschied ist ein Abschied, der uns Gott zum Nachbarn macht. Ein Abschied, durch den nicht plötzlich einer weit weg lebt, plötzlich woanders; und ein Anderer zurückbleibt, und da etwas nicht mehr ist, was immer war. Und eingespielt und gekümmert und nervig und selbstverständlich und Du halt wusstest, was Du hast. So ein Abschied, der eben preisgibt und beraubt, aufbringt und verstört, der im Moment ein Drama ist, aber doch auch irgendwann von „Jetzt“ und „Damals“ reden lässt. Und das Jetzt alles viel besser ist oder Damals alles viel schöner.

 

Hier: Ein Abschied, durch den wir mit Gott Wand an Wand wohnen.

 

Und ich mich abwartend frage:

Wird das klappen? Oder stört ihn meine laute Musik gegen das akustische Chaos der Welt? Oder dass ich nie Unkraut jäte? Und er das dann auch im Garten hat. Und wenn es umgekehrt wäre? Und bei mir plötzlich wachsen würde, was Gott gesät hat und hegt? Ob es stört – Dass viele Leute ein- und ausgehen und oft die, denen niemand die Tür öffnet. Und dass die mal durchatmen, die den ganzen Tag die Kinder von A nach B karren, Glastische polieren und dafür Lebensträume weichen. Dass ich gelegentlich allein bei meinem Glauben bleiben muss, um Andere und mich selbst besser zu verstehen. Dass wir vom Tod reden und das Leben feiern, und streiten, ob es Wahrheit überhaupt gibt, ob und wer aufzuräumen hat, ob für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in unserer Gemeinde eigentlich die Eltern Sorge tragen müssten oder die krude Bemessungszahl der Personalstellen überhaupt an allem schuld ist.

 

Hört. Hütet das Wort und liebt Gott. Mehr ist es nicht. Und Gott bleibt.  Und liebt. Und setzt sich hinzu. An polierte Glastische und auf dönerpapierverschmierte Holzbänke. Auf das Plüschsofa neben Porzellanpuppe rechts und Jahrmarktteddy links. Auf die Parkbank neben der Shell, hinter der Kirche und am Fahrradständer an der Willi-Salzmann-Halle, bei Wind und Wetter. Und ja sogar — Und er hört Dir zu. Und tröstet. Und erinnert an Jesus. Und macht es Euch leicht. Gott will es leicht machen. Jesus geht, der Tröster kommt. Und er tut nichts Anderes. Es scheint ganz so zu sein, als ob sich gar nichts änderte: Jesus geht, Tröster kommt, Gott wohnt nebenan. Ein Abschied wie kein Abschied. Nur unter einer einzigen logischen Voraussetzung gilt das: Nämlich, dass Gott überall ist. Und zwar nicht: überall sonst, da und dort, sondern: genau hier. Genau hier, wo Du bist, und wo der ist, dem Du gerade ins Angesicht zu schauen versuchst, an den Du Dein Wort richtest und wo Dein Herz schlägt. Das ist doch Friede: Nicht preisgegeben zu sein. Gott gibt nicht preis. Unter keinen Umständen. Du bist getröstet. Niemand macht es niemandem recht und alle sind da.

 

Das kommt nicht zum Leben dazu, an Pfingsten, dieser Gott, dieser Trost. Was wäre Dein Leben denn ohne Trost? Was wäre Dein Leben, wäre es preisgegeben? An Mächte und Gewalten, an die Meinungen Anderer, an die gerade herrschende Deutungshoheit gesellschaftlicher Entwicklungen, an den Tod?

 

Doch Gott wohnt nebenan. Auf Dauer flüchtig eingerichtet, mit Zeit und zuhörendem Ohr, geschichtenschwerem Campingtisch mit wackeligen Füßen, der Bonbondose auf dem obersten Regalbrett und einem festen Platz fürs Päckchen Taschentücher. Und ich möchte mir vorstellen, es ist ein Haus ohne Hausordnung. Aber da sind wir Theologen und Theologinnen uns nicht so ganz einig. Ich möchte mir vorstellen, dass es ein Haus mit vielen Wohnungen ist. Gott ist da. Und wir sind da. Und die Wolken der Zeugen und Zeuginnen des Glaubens, denen wir verbunden sind. Genau hier.

 

Und niemand ist Waise, wie von Vater und Mutter verlassen. Auf Dich ist geachtet und Du bist angesehen. Und nichts ist untröstlich. Auch kein Abschied. Weil mit dem Abschied bleibt, was wichtig ist. Und Platz gemacht ist für das, was kommt. Für das Rauschen und Brausen, akustisches Chaos als Gleichnis der Welt, in der wir leben, und in dem doch jede etwas versteht von dem, was Gott will. Hütet das Wort. Liebt Gott. Lasst nicht los. Ihr habt die Wahl, worauf Ihr schaut.

 

Und auch Gott wird anklopfen. Vielleicht fehlt ihm Milch oder ein Schulbrot oder Dein Fleiß oder Deine Klugheit oder Dein praktisches Geschick. Und gemeinsam werdet Ihr vor dem Haus sitzen und sehen, was dort ist: Wolken und Wind, bites und bytes, Messzahlen, die die Welt machen wollen, wie sie irgendjemandem gefällt, und Rotkehlchen und Kinder, die eigenen und die sogenannten fremden, und Brot auf Omas angeschlagenen Tellern, zuweilen mit Sauerkirschmarmelade, und Wein für alle: Kirche, eigen und fremd. Stabil von ganz Nahem Außen her. Durch gehütetes Wort und kritische Frage und So-soll-es-Sein, Das-ist-gewisslich-Wahr, und diese großen Worte, an denen wir uns festhalten: guter Hirte, Licht der Welt, Salz der Erde. Nehmt das. Und Nehmt und esst. Nehmt und trinkt. Nehmt und spielt. Nehmt und denkt und streitet und betet.  Und rechnet dann auch ein bisschen, mit Bites und Messzahlen, vor allem aber mit Gotteswirken in Wolken und Wehen inmitten akustischen Chaos‘. All dies ist‘s. Genau hier.

 

Und die Kerzen auf der Geburtstagstorte der Kirche werden dadurch leicht flackern und Gott teilt aus davon und es ist genug für alle und Friede – erinnert Euch: Abschied wie kein Abschied, Nicht-Preisgegeben-Sein – und Du hörst im akustischen Chaos Kehrverse: Hüte das Wort. Und liebe Gott. Du bist da. Und Gott nebendran. Und im Wort und unter Euren schwachen und zitternden Wörtern. Und das ist Trost, dieses Wort. Für Dich und für Andere. Weil Gottes Wille Friede ist. Und so geschieht Kirche. Daran muss sich alles messen lassen, was wir „Kirche“ nennen. Hier. Und ganz gleich, wie sie aussehen wird, diese Kirche, und diese Gemeinde. Und, wenn wir irgendwann (heute) aus dieser Kirche gehen, an den Orten, wo Ihr seid. In diesem Karussell da draußen, in Euren Büros, im Landtag, und an den Küchentischen, und auf der B-Ebene an der Hauptwache, dort, wo Welt ohne Tageslicht ist, wo wir hier und dort dran herumpolieren und sich doch nichts ändert; auf dem Campus des Studienseminars, am Wärtchen und in den verschlossenen Herzkammern Deiner Seele. Gehütetes Wort ist dorthin gesagt. Die Welt ist nie wortlos, nie ohne Wirken Gottes, nie ohne dass wir verstehen könnten, mit Herz und Sinnen. Gottes Welt ist Wortwelt, durchwirkt, geistgottesdurchwirkt. Deshalb wirkt Gottes Friede, deshalb funktioniert das überhaupt. Niemand kann das preisgeben oder rauben: Gott ist da. Genau hier. Daran seid erinnert, darauf schaut:

Gottes Friede, der höher ist alle Vernunft, bewahrt Eure Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Bruder, Tröster und Herrn.

 

Amen.

 

 

Fotocredit: Birgit Mattausch

 

Ich sah Dich, Kirchentag.

Es war mal wieder Kirchentag. So banal diese Feststellung im kirchlichen Kontext wirken mag – das Ereignis, auf das in vielen evangelischen Kirchen seit langer Zeit hingedacht und –gearbeitet wird, gehört keineswegs zum aktuellen kulturellen Gedächtnis der Bevölkerungsmehrheit in unserem Land. Und damit ist bereits ein Kernthema evangelischer Kirche heute benannt: So sehr der Protestantismus nach innen angesichts demographischer, gesellschaftlicher und religionskultureller Entwicklungen der Selbstvergewisserung bedarf, so sehr gerät er nach außen unter Druck. Wer darin kein halbwegs deutliches Bild hat, was das im Zusammenspiel bedeutet, gerät im Blick auf seine Ausdrucksformen ins Schlingern. Das war in Berlin allüberall zu sehen.

 

Dass Einschätzungen zum diesjährigen Kirchentag möglicherweise so disparat sein könnten wie noch nie, kann einerseits nicht dazu führen, dass dann eben auch alles so bleibt, wie es ist, noch andererseits das immer noch weit verbreitete Klischee bestärken, dass eben in evangelischen Kirchen einfach alles möglich sei.

 

Eine Spur könnte sein, die Wirkung von „Dingen“ im engeren Sinne ernst zu nehmen, und zwar bis hin zu ihrer moralischen Qualität. Der Jenaer Soziologie Hartmut Rosa benennt dies in Rezeption der Sozialphilosophie Bruno Latours als „diagonale Resonanz“, in der die Dinge zu uns in Austauschbeziehungen treten, indem sich uns der Eindruck vermittelt, die Dinge sprächen „für sich“.

 

Ich schlage vor, den Kirchentag als Ganzen ebenso wie Einzelnes, das ihn repräsentiert, als „Ding“ zu verstehen und sage ein paar Beispiele.

Kirchentag spricht für sich. Innerhalb der evangelischen Kirche gibt es hochverbundene Milieus an Bewegungschristentum, für die die Teilnahme an und Rezeption von Veranstaltungen des Kirchentags unhinterfragt ist. Dies ist für die Kirchen eine wichtige Ressource. Die Entwicklung sog. alternativer gottesdienstlicher Formen im 20. Jahrhundert, die Weiterentwicklung evangelischen Liedgutes sowie eine ganze Reihe gemeindlicher Initiativen, etwa im Bildungsbereich oder in der Einen-Welt-Arbeit wären nicht denkbar ohne Kirchentage. Meine Generation ist mit all dem selbstverständlich aufgewachsen, ebenso wie mit den dicken Kirchentagsprogrammen, die Besucherinnen und Besucher voraussetzen, die sich geflissentlich und zeitintensiv auf das evangelische Glaubensfest vorbereiten. In der Außenwahrnehmung wird der Kirchentag eher kritisch gesehen – wer die Annahme seiner gesellschaftlichen Relevanz nicht teilt, stellt seine Mitfinanzierung durch die öffentliche Hand ebenso in Frage wie die vorübergehende Besetzung des öffentlichen Raums. Wer als kritischer Beobachter am Abend der Begegnung am Reichstag entlangflanierte, hatte es leicht, gängige Kirchenklischees zu bestätigen: Vieles gut gemeint und unterschiedlich gemacht; in seinem Verweischarakter auf den christlichen Glauben evangelischer Prägung aber überwiegend unklar. Wer aber von innen schaut, weiß, mit welchem Fleiß ehrenamtliches Engagement aufgebracht wurde, um all diese Stände zu bespielen; wer von innen schaut, weiß, welche Abstimmungsprozesse Einrichtungen aufbringen müssen, um eine große Kirchentagsbühne einen Abend lang zu bespielen. Diese zwei ganz unterschiedlichen Blickrichtungen sind eventuell auch ein Indiz für die unmittelbar nach dem Ende der Veranstaltungstage medial viel traktierte Frage, wie viele Menschen eigentlich am Abschlussgottesdienst in Wittenberg teilnahmen.

 

Möglicherweise werden wir uns in den evangelischen Kirchen fragen lassen müssen, ob wir nicht in Zukunft auf diejenigen Ausdrucksformen verzichten sollten, die unbotmäßig Ressourcen binden und zugleich in ihrem Verweischarakter bisweilen sogar kontraindizieren. Denn wir begegnen denen, denen wir auch ohne all dies begegnen möchten und bleiben ansonsten doch auch lieber „unter uns“. Mag sein, Formaten wie dem „Abend der Begegnung“ unterliegt in einem Maße der Annahme von Milieuhomogenität der Kirchentagsbesucherinnen und –besucher, wie es faktisch schon nicht mehr der Fall ist und perspektivisch viel weniger der Fall sein sollte. Zusammengefasst heißt das: Als „Ding“ an sich ist der Kirchentag insgesamt ein wichtiger Impulsgeber für die Gemeinden vor Ort. Dem stehenden Hinweis darauf, dass es so schwierig sei, Einsichten und Ideen des Kirchentags vor Ort zu implementieren, verweist ja lediglich auf die Diversifizierung des gegenwärtigen Protestantismus auch im Blick auf seine grundsätzliche Bereitschaft zur Veränderung und Passung als gesellschaftskritischer Größe. Wer ohne relativen Widerstand wählt, was „mir zusagt“, droht leicht, sich in Filterbubbles zu verschanzen und im bequemen Schaumbad einer Wohlfühlkirche zu verharren. Weil es gut ist, dort zu sein, wo es schön ist. Vereinsförmig organisierte Kirche kann sich von der Tendenz nicht freimachen, sich so zu verhalten. Dem christlichen Glauben gemäß ist dies nicht – er zeigt das Andere, fordert heraus, legt das Widerständige vor die Füße. Nur von dieser Ausgangsposition her ist es überhaupt sinnvoll, die Rede von Gottes rechtfertigendem Handeln in einer Konfession zentral zu stellen.

 

Damit schon zum zweiten Aspekt der „Dinge“ – sie antworten: Impulse werden aufgenommen oder verhallen, die Diskussion gesellschaftsrelevanter Fragen wird weitergeführt oder nicht, theologische Denkanstöße werden durchdacht oder eben auch nicht. Der damit verbundene Prozess heißt – im Anschluss an die Ausführungen Hartmut Rosas – treffsicher: Arbeit. Es ist eine Arbeit, die sich nach dem Fest ergibt. Nicht das Wegräumen des dreckigen Geschirrs und Auffüllen der immergleichen Bestände, sondern diejenige Arbeit, die Kreativität freisetzt – die lernbar ist und Arbeit macht. Dass dies unterbleibt, mag Quelle von Frustration vieler Orten sein. Hauptamtliche gelten als quantitativ so beansprucht, dass sie diese Arbeit nicht leisten können oder wollen. Als Laienbewegung setzt der Kirchentag auf seine Wirkung als „gestreckte Kasualie“ bei seinen vielen Trägergruppen. Doch auch hier kann geschehen, was sich in Kirchengemeinden vielerorts beobachten lässt: Initiatoren und Zielgruppe sind (fast) identisch und am Ende bleibt alles, wie es ist.

 

Zugleich ist Glaube angewiesen auf Resonanzräume, die nicht das immer Gleiche echoen, sondern Anstöße liefern. Inwiefern das Christentum evangelischer Prägung sich in seinem normativen Anspruch und seiner soziologischen Verfasstheit hier auch spätestens im 20. Jahrhundert auseinanderbewegt hat, zeigt der Kirchentag 2017 eindrücklich. Nicht umsonst beschwört die Avantgarde des Protestantismus eine Wiederkehr des Spirituellen und stützt all jene Theologien, die sich dafür anschlussfähig zeigen.

 

Als eine Suchbewegung unter Druck – von außen und innen – hat es der Kirchentag nicht leicht. Wie auch jeder Einzelne, könnte er der Versuchung erliegen, die Selbstresonanz für die Lösung zu halten, die am ehesten gängig ist. Für mich erklärt dies zumindest die Kampagnenmotivik, die sich vom Vorwurf der Infantilität letztlich nicht befreien konnte und in manchen Linien zu hochproblematischen Bildprogrammen führte. Sich selbstresonant in der Tendenz eher zu unterfordern, stabilisiert für den Moment. Ob es allerdings die geeignete Strategie ist, die Kirchentagsbewegung und mit ihr einen maßgeblichen Teil des Protestantismus gesamtgesellschaftlich diskursfähig zu zeigen, mag dahingestellt sein. Demgegenüber dürften die innerkirchlichen Denkanstöße gewichtiger sein. Das ist viel. Und doch könnte Kirchentag mehr.

 

 

Fotocredit: Friederike Erichsen-Wendt

Zeit ansagen. This is my church

 

Für den PredigtSlam zum Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin/ Wittenberg, 25. Mai 2017. Gethsemanekirche in Berlin-Prenzlauer Berg. 

 

Ich erzähle Euch von gestern Nacht.

Ich meine diese Zeit,

Wenn die letzten Begegnungsabendbratwürste verkauft sind,

die Finger von Puderzucker und Currysauce hartnäckig kleben,

Restmünzen in irgendwelchen Taschen verschwunden sind,

und Erwartungen abgesteckt, Freundschaften versichert und die letzten Zäune um die kirchliche Community zuverlässig geprüft sind.

Wenn Du endlich alle Emoji-Spielkarten zusammengesammelt hast

und AbendSegen im Kerzenmeer Dein Leben ummantelt.

Letzte Ohrwürmer kriechen langsam aus dem Tag.

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Berlin schläft nie.

Die Stadt unter der Erde schläft nie.

Rund um die Uhr indirekt ausgeleuchtet,

und kalte Schatten folgen Deinen Schritten.

Die Stadt unter Deinen Füßen schläft nie.

Central Station, hier sei die Mitte, Knoten aller Dinge, unseres Landes, der demokratischen Welt.

Central Station,

wo sich das Orange Berlin-Wittenberg dieser Tage in das Leben dieser Welt löst

wie Salz der Erde im Meer.

 

Und ich stelle mir vor,

einer sagt:

Mit dem Glauben verhielte es sich so. Wie mit dieser Central Station.

Manche warten ewig auf die Einfahrt und verpassen den Anschluss.

Oder Du verträumst den Ausstieg und landest irgendwo, wo Du gar nicht hinwillst.

Wo Du Dinge entdeckst, die nicht in Deinem Reiseplan standen.

Quietschende Bremsen sagen Dir: Es gibt einen Weg zurück.

Und alles ist mindestens zweisprachig und Vieles hörst Du doch nicht, weil Dein Gehör gar nicht weiß, wo Du hinhören sollst, und ob es wichtiger ist, dem Gespräch der Passageren zu lauschen oder den dumpfen Ansagen über den Lebensgleisbetten – spricht da eigentlich wirklich jemand? – oder ob es wichtiger ist, Deiner eigenen Lebensplaylist zu lauschen, die Dir natürlich am nächsten ist und den Takt Deines Lebens vorgibt.

 

This is my church.

 

„So viele Hilfsdienste, ist hier heute was besonderes?“ „Nein, ich habe keine Zeit, ich muss mein Auto abholen!“ „Ach, was mit Kirche??“

Und irgendwie sind mir Eure fordernd-fragenden Augen näher als die, die mich von Plakaten, Kaffeetassen und fair gehandelten Stoffbeuteln unbestimmt-eindringlich und irgendwie auch infantil-vorwurfsvoll anstarren. „We can’t hide behind a Wall.“

 

Und als der letzte Posaunenchor verstummt ist, steht einer wartend in die Zeit gefallen mit Maßanzug und rotem Rosenstrauß auf der leergefegten Terrasse neben der Systemgastro, sehnsüchtig nach Lebensüberblick und Liebe.

 

Und die Vielen purzeln am Feiertagsvorabend aus und in den letzten Zügen, hetzen ortloser Schritte über die Rolltreppen und sehen das eine Ziel, das so schnell wie nur irgend erreicht werden muss.

 

 

Und einer kniete sich zwischen sie alle, mitten auf dem Bahnsteig und schreibt Zeichen in den Sand, den das Profil deiner Schuhe zurückließ.  Stumm.

 

 

Und ihr fahrt hinauf und ich fahre hinab.

Dorthin, wo die ganze Nacht die Türen aufstehen.

Und immer wird ein Mund sich üben.

 

Und ich übersehe Dich fast, wie Du in dieser Ecke sitzt, so, als wäre wenigstens sie deine Heimat. Die Welt Deiner Werte und Melodien und Überlebensstrategien. Abgesteckt durch Deine Blicke.

 

Salzreste aus Pommestüten kleben auf dem Tisch fest, der die Spuren eines langen Tags trägt. Viele nahmen hier Platz. In deiner Heimat, als es für dich nur ums Überleben ging.

 

In den Händen hältst du den zerknitterten Pappbecher.

Kalter Cappuccino, zusammengesammelt aus den hingeworfenen Münzen der Passanten, hervorgeholt aus Hosentaschen.

 

Ich übersehe Dich fast. Doch ich bin angesehen, von dir, und Du jetzt auch, von mir. So als fielen grad zwei Welten ineinander. Und ich versuche zu verstehen, was Du zu verstehen siehst und vielleicht tust Du es mir gleich.

Und als die letzten kichernden Teens gegangen sind, höre ich’s leise:

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Die Stadt singt sich ihr Wiegenlied in Endlosschleife. Wachet auf, ruft uns die Stimme.

 

Ich aber fliehe vor Endlosschleife und protestantischem Moralweckruf, vor der dumpfen Zugluft unter der Erde noch weiter unter die Erde, wo die Luft vibriert und Du nicht mehr unterscheiden kannst ob es tagt oder Nacht ist. Bässe werden tiefer, Takte eindringlicher und Sounds aufdringlicher. Und die Welt ohne Ich und Du und Ordnung und Ritual greift nach mir.

 

Und einer ging hinaus, auf einen Berg, allein.

 

Ich trage Deiner Augen Blick in mir und weiter und den Geruch nach kaltem Cappuccino.

 

In meiner InterimsHeimat: Automatische Rolläden quietschen und bremsen die Nacht. Ich wache irgendwann auf. Durch die Lamellen erstes Licht durch dichte Blätter alter Großstadtbäume am mondänen Stadtrand. Peripherie, die Bürgerlichen am Rande, plötzliches Licht, direkt auf die Netzhaut, das mich blinzeln lässt und ein zaghafter Stundenschlag eines Vorstadtkirchleins, der flüstert: Steh auf.

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„Ich danke dir, dass du mich diese Nacht bewahrt hast vor Schaden und Gefahr und allem Übel.“

 

Und ich sehe die Kirchen und Kanzeln dieser Stadt und meines Lebens.

Und die Kellerkapellen: Central Station, Mitte, Knoten aller Dinge, des Widerspruchs und der Furchtlosigkeit für unsere Kirche.

 

Und ich binde mir orange-Berlin-Wittenberg um und lege für einen Cappuccino to go beim Bäcker nebenan ein paar Münzen auf den Tresen.

 

 

 

 

Liedtextzeile: Susanne Brandt, Melodie: Miriam Buthmann

Fotocredit: Friederike Erichsen-Wendt

Gnadenganz und Nichts-ist-ganz

  1. Mai 2017. Miszelle

 

Wie der Tag die Augen öffnet, schließt die Nacht ihre Gedanken.

Schau mich nicht an.

Transite im Nebel.

Kurze Sätze, kleine Verabredungen, eilige Blicke auf die Uhr,

Leben Zug um Zug und in ganzen Zügen,

Käse, Himbeermarmelade, ungelesene Zeitungen.

Vergessliches und leere Räume für verlustige Dinge.

Gnade ist der Grund der Gnade. Ganz.

Inselerfahrungen, schlafende Stadt.

Macht der Vergangenheit und Kapital der Gegenwart.

In des Domes Kapitellen nisten die Vögel.

Schweren Türen bewahren die Schwelle des Heiligen.

Es ist warm und voller zarter Klänge.

Und Worte. Wiederholter und wiedergeholter Worte.

Souverän. Nah. Am Großen Ort. Gefunden.

Und die Gnade hat goldene Lettern und hinkt, wenn die Sonne aufgeht.

Nimm wahr und sprich und applaudiere nicht zu früh.

Verzichten und UnSchärfen. Nichts ist ganz.

Mehr wegschauen, um entscheiden zu können.

Solches braucht die Wahrheit.

Und jedes Wort kann anders sein.

Goldene Gnadenlettern in Deinem Rücken, seit Jahrhunderten.

Lehn Dich an.