‚Alle handelnden Personen sind frei erfunden.“

Scripted Reality – Von der Autorschaft am sogenannten Wirklichen

Am Kiosk sind sie knapp und heiß begehrt. Rasch ausverkaufte Importe japanischer Zeitschriften, die das Interieur europäischer Wohnungen zeigen. Kaum jemand, der die Schriftzeichen entziffern kann, die sich inmitten ganzseitiger Fotografien tummeln. Kein „Schöner Wohnen“ wird inszeniert, sondern die Suggestion von „Normalwirklichkeit“ erzeugt: Man sieht Wohn-, Ess- und Kinderzimmer, die kaum aufgeräumter sind als die eigene kleine Welt. „Weil wir die Einrichtung von Anderen so selten sehen“, sagt Coco Tashima, eine der Lektorinnen der japanischen Edition Paumes, „übt sie eine so große Faszination auf Menschen aus“.

Was wir selten sehen, zieht in besonderem Maße die Aufmerksamkeit von Menschen auf sich. Das schwedische Fernsehen begann kürzlich, diesen Umstand für die Sichtbarkeit des Lebens in Pfarrhäusern der schwedischen Kirche nutzbar zu machen; und zwar mit dem zunächst milieufremden Format der Doku-Soap, dazu hat Holger Pyka schon geschrieben) ).

In einem üblicherweise wochentäglich nachmittäglichen Format wird thematisiert, was von der Mehrheit der Bevölkerung als typisch wochenendlich-sonntägliches Geschehen assoziiert wird. Umgekehrt geben die beteiligten KollegInnen überwiegend „volksmissionarische“ Motive an, weshalb sie sich – sorgsam erwogen – für eine Teilnahme entschlossen haben.

Weshalb es hier zu pastoraltheologischen Verwerfungen kommt, zeige ich mit Hilfe der gängigen, aber in der praktischen Anwendung leicht zu unterlaufenden These, dass wir es in den Deutungen offensichtlich mit verschiedenen Wahrnehmungen der gezeigten Realität zu tun haben.

So gehört es geradezu zur Definition des Sendeformats, dass es sich um sogenannte scripted reality handelt. Wer meint, hier werde etwas abgebildet, was ihm oder ihr selbst Anliegen der selbst erlebten Wirklichkeit ist, verkennt, dass es gar nicht im Interesse des Formats liegt, authentische Abbildungen anzustreben. Vielmehr geht es darum, reale Ereignisse möglichst authentisch vorzutäuschen. Eine Wirklichkeit wird imitiert, deren Wahrhaftigkeit sich vor allem an den dramaturgisch eingebauten „Fehlern“ festmacht (mittelbare Kameraeinstellungen, Piepstöne etc.). Vermeintliche Fehler dienen der perfekten Inszenierung und tragen dazu bei, dass Szenen dramatischer wahrgenommen werden, als es das Staging von sich aus zunächst überhaupt nahelegt. In der Medientheorie hat sich dafür bereits der Fachterminus des „factual entertainment“ eingebürgert. Dies gilt – nebenbei bemerkt – in vergleichbarer Weise auch für den Film „Pfarrer“ von Chris Wright und Stefan Kolbe, der mit dokumentarischem Anspruch auftritt und so gemeinhin auch gesehen wird. Spätestens Blicke in das ergänzende Filmmaterial zeigen jedoch die gezielte Dramaturgisierung der story unabweislich auf und überführen die unvoreingenommene Sichtweise von ZuschauerInnen. Vielleicht liegt darin sogar eine der stärksten Leistungen des Films.

Komplexer wird die Sachlage dadurch, dass wir es nicht einfach mit verschiedenen Wahrnehmungen zu tun haben, zwischen denen man redlicherweise verlangen dürfte, dass PfarrerInnen sich dazwischen stilsicher bewegen können, sondern dass wir es hier mit sich überlagernden Systemen zu tun haben. Dies belegt sich etwa dadurch, dass die DarstellerInnen sich eben nicht konsequent als SchauspielerInnen verstehen, sondern eben auch ein eigenes biografisch-persönliches Anliegen einbringen und verfolgen.

Bernhard Pörksen, Professor am Institut für Medienwissenschaften an der Universität Tübingen, nennt dieses Phänomen „Wirklichkeitshybride“: Damit wird ein Phänomen beschrieben, bei dem sich  sog. faktische und rein fiktionale Elemente unauflöslich überlagern. So entsteht eine neue Form, die mehr ist als die Kombination sogenannter „realer“ Darstellung mit einer – wie auch immer – zugestandenen medialen Überformung. Dramaturgisch wird diese Überlagerung durch ein typisches Besetzungsverhalten geradezu zwingend: Gesucht werden nämlich DarstellerInnen, die den Charakteren, die sie repräsentieren sollen, möglichst ähnlich sind. Umgekehrt sind die Mitwirkenden der Meinung, dass sie primär ihre eigenen Anliegen verfolgen, was dann eben sekundär „nur“ durch medienerforderliche Zugeständnisse überformt werden würde. Es setzt sich aber durch, wer am Schneidetisch sitzt und sich als Profi der TV-Szene ausweist. Reale Darstellung und perfekte Dramaturgie greifen ineinander und machen es so nahezu unmöglich, dass sich Zuschauer dem voyeuristischen Sog der Inszenierung entziehen könnten.

Die Rollenskripte verzichten grundsätzlich auf die Darstellung von Zwischentönen. Zugespitzt kann gesagt werden, dass es um ein „Ausstellen kaputter Menschen“ geht. Schon 2011 geben nur 22% von befragten Zuschauern an, dass sie um die Fiktionalität der jeweiligen Geschichte wissen. Man kann davon ausgehen, dass sich dieser Eindruck durch die Zeit weiter verfestigt hat. Wer Dargestelltes als „echt“ einschätzt, neigt dazu, die Welt aus der Perspektive eben dieser Realität wahrzunehmen. Und selbst, wer darum weiß, dass es sich um irgendeine Art von medialer Konstruktion handelt, kann sich dem Authentizitätsanspruch des Formats schlecht entziehen: Vielmehr wird das Format gerade aufgrund seiner „authentischen Konstruktion“ bewundert und seine Wirkmächtigkeit auf Beteiligte und ZuschauerInnen grundsätzlich unterschätzt, wenn von einer „Authentizität im Spiel“ gesprochen wird.

Diese Authentizität generiert sich auch aus der Ursprungsgeschichte des Formats, das nämlich zunächst an faktischen Erzählungen seinen Ausgangspunkt nahm und sich erst nach und nach fiktionalisierte und damit auch gezielt immer stärker dramaturgischen Regelungen unterworfen worden ist. Interessant ist aber nun, dass das Format auch gerade von denjenigen „bewundert“ wird, die seine Konstruktion durchschauen: Aufdeckung der Spielregeln führt hier also gerade nicht zur Entzauberung der fiktiven Welt, sondern zur Faszination der imaginierten Welt als einer, die der Wirklichkeit „verblüffend echt“ entspreche (Joachim von Gottberg, Geschäftsführer der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen). Die fiktive Welt steuert also die Wahrnehmung der erlebten Welt – nicht umgekehrt! Es dürfte kein Zufall sein, dass sich das Format zunächst am sozial besonders relevanten und auch brisanten Thema Gerechtigkeit kristallisierte, das in Form von Gerichtsshows in einem (vermeintlich) klar definierten Setting Gestalt gewann. Nach und nach kamen die Themen Familie, Kontrolle und Anwaltschaft (insbesondere für Jugendliche) dazu. In den Abendformaten geraten Skills in den Vordergrund, die als gesamtgesellschaftlich überwiegend verloren gelten: Hausbau, Hochzeitsvorbereitungen, Kochen, Beziehungsgestaltung u.a.m.

Wie stark die Suggestionskraft der wirklichkeitshybriden Überformung ist, zeigt sich auch in einem anderen Sendeformat, und zwar dort, wo „Religion im Unterhaltungsgewand“ auftaucht. Die Wiesbadener Publizistin Elisabeth Hurth hat die öffentlich-rechtliche Vorabendserie „Herzensbrecher“ untersucht (in: DtPfrBl 10/2015, pp. 565-570) und dabei vor allem herausgestellt, in welch hohem Maße die Ausgestaltung relativ erwartbarer Plots Projektionsflächen für die RezipientInnen zur Verfügung stellt, die mit einer nahezu völligen Austauschbarkeit des Rollenpersonals einhergeht.

Die Attraktivität des schwedischen Formats gerade für die beteiligten Pfarrpersonen geht – so die These – davon aus, dass die Ausstrahlung der Serie dazu verhelfe, ein totalinkludierendes Berufsbild zu vermitteln. Durchgängig sagen die Beteiligten, dass es ihnen „zunächst um die Kirche gehe, erst nachgeordnet um persönliche Interessen“. Man könne, „etwas zeigen, wie Beziehung geht“, ein „realistisches Bild von Kirche“ vermitteln, etwas sichtbar machen, „was irgendjemandem helfen könne“. Besonderer Wert wird in der Vorab-Kommunikation zwischen Sender und potentiellen Beteiligten darauf gelegt, dass es „nicht um Ethik, nicht um Moral“ gehe. PfarrerInnen verstehen sich als Rollenmodelle in einer sich zunehmend säkularisierenden Welt, das Pfarrhaus als ein Ort, von dem gleichwohl (auch ex negativo) normative Kraft ausgehe. Vor allem bei Fragestellungen, die eine Abgrenzung (gleich, welcher Art) nahelegen, wird deutlich, dass das „Pfarrhaus-Argument“ derzeit gesellschaftliche Überzeugungskraft besitzt. Man kann das etwa an der Aufmerksamkeit sehen, die der Frage entgegengebracht wird, ob eine angehende Pfarrerin, die mit einem Moslem verheiratet ist, in den Dienst übernommen wird und in einem Pfarrhaus wohnen kann, brisanter aber noch im Blick auf die sog. „Causa Petry“. Im Frühsommer 2015 wurde Thema, ob die sächsische AfD-Politikerin Frauke Petry, die zum entsprechenden Zeitpunkt mit einem Pfarrer verheiratet ist, aufgrund ihrer politischen Äußerungen weiter in einem evangelischen Pfarrhaus wohnen dürfe (z.B.: SPON, Forum Politik).

In voreilendem Gehorsam wird bei „Tro, hopp och kärlek/ Glaube, Liebe, Hoffnung“ besonders betont, dass es nun hier, wo Pfarrerinnen und Pfarrer im Fokus der Aufmerksamkeit stehen, so sei, dass das Serienformat „anders“ sei (implizit gemeint: weil wohl „der Pfarrer ‚anders‘ sei“ –  und damit eine trivialisierte Lesart einer pastoraltheologische These der 1980er Jahre aktiviert wird), dass es um seriöse Vermittlung von Informationen gehe, die eben „dann auch noch“ mit Unterhaltung durchmischt sei; dass es zuvörderst um Glauben/ die Kirche/ die Rolle von PfarrerInnen ging. Die Macher des Sende-Formats unterlaufen also strategisch die Wirklichkeitshybridität des zu Zeigenden, um eben genau dies zu erzielen! Diese Beobachtung sollte aus meiner Sicht für die kommunikationsethische Beurteilung von zentraler Bedeutung sein. Die Anfrage funktioniert, weil mediale Plots überwiegend die Strategie nutzen, Themen zu personalisieren und so zur Darstellung zu bringen. Hier trifft sich die dramaturgische Notwendigkeit einer Profilierung des Rollenmusters direkt mit den überwiegend volksfrommen Einstellungen der TeilnehmerInnen, die zumeist – auch darauf weist Holger Pyka in seinem Artikel hin – aus erweckungstheologischen Kontexten der schwedischen Kirche stammen. Was hier zur Darstellung kommt, kann nichts anderes sein als ein (zudem klischeehaft dargestelltes) wertkonservatives Christentum, das mit dem Impetus daherkommt, sich „modern“ zeigen zu wollen.

Wenn man bedenkt, in welchem Maße sich der gesellschaftliche common sense über die Wahrnehmung „der Kirche“ medial speist (relativ einfach greifen lässt sich dies etwa bei Vorstellungen über die kirchliche Trauung, reicht aber erheblich weiter), sollte man vorsichtig im Urteil darüber sein, welche Gestalt medialer Präsenz kirchlicher personae oder Themen der Verkündigung des Evangeliums letztlich wirklich förderlich ist. Wer meint, hier „endlich mal allen zeigen zu können, wie etwas wirklich ist“, ist schlicht naiv und unterschätzt die Wirkmacht des Format, das eine vermeintlich reale Darstellung perfekt dramaturgisch zu inszenieren vermag. Auch die Alternative wird genannt: KollegInnen inszenieren sich als „nicht anders“ und verfolgen eine Anpassungsstrategie im Sinne von: „Pfarrer sind auch nur Menschen“ und im gleichen Maße „offen für die spirituelle Welt“ wie jede/r andere auch. Scripted-Reality-Formate jedenfalls instrumentalisieren das „Andere“ der Pfarrpersonen stärker, als dass sie (im weitesten Sinne) Verkündigungsanlass bieten (so aber der Anspruch der beteiligten KollegInnen). Darin führt es durch die Medien notwendigerweise eigenen Skandalisierungseffekte zu Klischees (bzw. verfestigt diese) – so wird Kristen etwa von Beginn an zu einer Trägerfigur für Genderklischees. So geschieht es, dass die vorgetäuschte Einschätzung der Echtheit dazu führt, die individuell primär erlebbare Welt aus der Perspektive dieser Fernsehrealität wahrzunehmen. Und zwar – und das ist wirklich interessant – auch dann, wenn die gezeigte Welt als inszeniert und als „künstliches Spiel“ gelesen wird, etwa mit dem Hinweis darauf, dass ja „Alltagsdinge“ (Wäschewaschen&Co.) im Format keine Rolle spielen. Es greifen also mehrere inszenatorische Effekte ineinander, die bewirken, dass so ungefähr das Gegenteil von dem beim zuschauenden Menschen evoziert wird, was die beteiligten Protagonisten beabsichtigen. Manche werden sich gar fragen (ich beispielsweise tue es), ob das strategische, beim Rezipienten nur halbbewusste Triggern mit Emotionen nicht sogar aus berufsethischer Perspektive als problematisch angesehen werden sollte.

Freilich kann dieser Effekt umgekehrt auch positiv nutzbar gemacht werden. Wer einen durchschnittlichen deutschen Sonntagsgottesdienst mit einem Fernsehgottesdienst (besonders: an einem Festtag) vergleicht, dem wird rasch deutlich, dass zweiterer auch als Umsetzung einer scripted story gelesen werden sollte: Es gibt ein Drehbuch, möglichst rollennahe DarstellerInnen, eine sehr alltagswirklichkeitsnahe Kulisse, die sich üblicherweise am Plot des Gottesdienstes orientiert. Wer einen solchen Gottesdienst schaut, kennt üblicherweise die „Live-Referenz“. Den Fernsehgottesdienst als echt wahrzunehmen, wird zudem durch direkte Begrüßung der ZuschauerInnen „an den Bildschirmen“ nahegelegt sowie eingeblendete Liednummern, die zum Mitsingen einladen (zumindest für die, die ein passendes Gesangbuch besitzen), und gemeinsam gesprochene liturgische Texte (Glaubensbekenntnis, Vaterunser).

Die „gemischten Gefühle“ derjenigen KollegInnen, die sich die Fernsehserie anschauen, entstehen aus einer unreflektierten Gemengelage persönlicher, teils privater und berufsprofessioneller Rollenzuschreibungen. An der Stelle des dramaturgischen Topos der „zerbrochenen Existenz“ tritt die Pfarrperson auf. Sie weiß um ihre in christologischer Hinsicht gebrochene Existenzweise, wird aber mit überhöhten Erwartungshaltungen der ZuschauerInnen an den/ die PfarrerIn konfrontiert, die zudem medial überspitzt wird. So gerät sie in eine permanente „Ja, aber-Haltung“, aus der es innerhalb des Formats kein Entkommen gibt. Bei den Zuschauer/innen erweckt dies Solidarisierungseffekte zum einen, bis zu Wut und Trauer zum anderen.

Grundlegend zeigt sich am Format „scripted reality“ die Frage, aus der Perspektive welcher Realität die Welt wahrgenommen wird. Die teilnehmenden Pfarrer/innen unterschätzen die Wirkmacht des anderen Systems bzw. überschätzen die Wirksamkeit der Kirche (und wirken deshalb in beidem naiv bis weltfremd). Hermeneutisch zeigt sich darin, dass das Verhältnis von kirchlicher Wirklichkeit mit den ihr jahrhundertelang eingezeichneten Spielregeln und gegenwärtigen gesellschaftlich-medialen Wirkmechanismen non-dekonstruktiv nicht sachgemäß bestimmt werden kann, weil ihr Zusammenklang nicht mit Hilfe eines einzigen gültigen Wirklichkeitsbegriffes beschrieben werden kann.

Paradigmatisch zeigt sich aber, welche Weisen des Umgangs in dieser offenen Gemengelage denkbar sind und von den beteiligten Pfarrern und Pfarrerinnen versucht werden:

  1. Die Entäußerungsstrategie: Kirche ist dann ganz bei sich selbst, wenn sie sich in „die Welt“ entäußert und sich gerade so als offene Kirche erweist. Verbunden ist damit vielfach die Hoffnung, dass dadurch die „eigentliche“, an Zeichen erkennbare Kirche insgesamt niederschwelliger wird.
  2. Die Durchsetzungsstrategie: Kirche gilt „grundsätzlich“ als wirkmächtiger als die Formate, in denen Pfarrer/innen „ansonsten“ handeln. Deshalb können sie sich darin (mehr oder weniger) souverän bewegen, weil sich letztlich durchsetzt, was als wahr angenommen wird.
  3. Die Sanktionierungsstrategie: Das Handeln jedes kirchlichen Vertreters/ jeder kirchlichen Vertreterin wird als je einzeln geplant, durchgeführt und wahrgenommen. Handeln „nach außen“ ist dann legitim, wenn es von Vertreter/innen der Kirchenleitung als regelhaft legitim eingeschätzt wird. Deshalb bedarf jeder weitere Schritt, der nicht zum gewohnheitsmäßigen Handeln der Kirche gehört, der Absicherung „von oben“.
  4. Die Anverwandlungsstrategie: Kirche und Pfarrpersonen gelten hier als gerade eben „nicht anders“. Der Pfarrberuf muss sich an allgemeinen beruflichen Standards vergleichbarer Professionsberufe orientieren. Deshalb kann (vielleicht sogar soll) er auch in all jenen Kontexten sichtbar sein, in dem vergleichbare Berufe auch vertreten sind.
  5. Wer einen Schritt zurücktritt und diese Strategien unabhängig von den einzelnen Rollenmustern im Format „Glaube, Liebe, Hoffnung“ betrachtet, wird leicht erkennen, dass sich darin grundlegende professionsbezogene Muster zeigen. Vermutlich unterliegen sie kaum der Wahl, sondern entstammen einer Gemengelage von persönlichen Präferenzen und theologischen Grundentscheidungen im Blick auf das Verhältnis von Kirche und Welt. An dieser Mixtur liegt es, ob (!) und in welchem Maße die Protagonisten medial Einblicke in ihre (Wohnzimmer-)Welt oder die, die Zuschauer dafür halten sollen, gewähren.
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Ein Gedanke zu “‚Alle handelnden Personen sind frei erfunden.“

  1. Ehrlich gesagt fand ich befremdlich und aufschlussreich bei der Lektüre von Holger Pykas Artikel, wie stereotyp die Kollegen erklärt haben, zunächst für die Kirche und dann für sich selbst dabei zu sein. Ich will nicht unterstellen, sie wären nicht wirklich davon überzeugt – aber entspringt es nicht trotzdem der Selbsttäuschung?
    Ich glaube ehrlich gesagt auch nicht daran, daß die Teilnahme eines Pfarrers oder einer Pfarrerin an solch einer Show irgend positive Wirkung auf die Glaubwürdigkeit der Kirche oder auch nur der Pfarrerschaft hat. Da wird im Gegenteil eher das demontiert, was noch zu den Erwartungen der Menschen zählt: da hat jemand Antworten auf meine innersten Fragen, einen Grundanker, an den ich mich hängen kann.

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