Reformationstag, vorabendlich

Den Menschen von der Heilsgewissheit erzählen,

die von Gott kommt,

weil nur er den Glauben schafft.

Weder die klugen Worte tun es, noch das Urteil über Gut und Böse, nicht der Eifer für das Gesetz. #ausgründen gesagt, nie grundlos und „an sich“. Worms statt Canossa.

Heute. Und nicht, weil Luther (und andere) es gesagt haben – damals.

Heute: Das Lächeln der Alten, wie die Täuflinge durch die Kirche getragen werden. Achtet einander den Glauben. So soll es sein.

Das Vertrauen der Jungen, das ihre Kinder getragen sehn lässt.

Mein Zutrauen in die Kirche, die Worten aus alter Zeit so viel Raum gibt, in Mauern des 20. Jahrhunderts.

Herbstsonne, die meine Schritte zu denen lenkt, die sonst so viel allein sind, und deren Welt dunkel ist und einsam. Sonntags kommt die Kirche. Und ein bisschen steckt es noch in den Kleidern und im Mantel, das gepredigte Wort, das nicht leer zurückkehrt.

Nidderau 2016 wie Wittenberg 1517, denke ich.

Und ein fröhliches Fest mit viel Musik, Straßenmusik, gutes Essen und viele Ideen für das Jahr, das – gebs Gott – vor uns liegt.

Sonntagspfarramt, zum (mindestens) dritten: Inboxnachrichten. Termine finden in Wuppertal, Reformationspredigt aus Luthers Predigtkirche und Urlaubsbilder aus der Schweiz. Schwierig, großartig, bunt. Habt Ihr schon Schnee? Backst Du auch was? Lutherkuchenbrötchentortekrapfen und so?

Verschmitzte Freude über Luther in Zucker, Apfelkuchen a là Lutherrose und Weingummireformatoren bei denen, die sonst unter dem Stichwort #reformationsjubiläumwieeskeinerwill schreiben.

Heute weiß ich, wem ich die Freiheit verdanke. Humor treibt den Tag an und Herbstblätterpusten die Schritte voran.

Reformatorische Bewegung, denke ich. Und staune, wie das alles so geht. Heute wie damals. Gottes Wort läuft.

Und Bonhoeffer flüstert aus alten Büchern: „Gott wird uns am jüngsten Tage gewiss nicht fragen: habt ihr repräsentative Reformationsfeste gefeiert? Sondern: habt ihr mein Wort gehört und bewahrt?“ (DBW 12, Berlin 1932-1933, 426)

Ich lege liturgisch-rot raus, wie der Heilige Geist und das Feuer und die Kirche und das Fest. Und die Ansprache für den Friedhof, die guten Gedanken für die Jugendlichen, die Süßes an Dein Haus bringen werden, wenn das Tagwerk getan ist, und die Predigt für den Abend und den großen Korb, damit es für alle reicht. Das Wort und das Brot.

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