Wie fängt es eigentlich an?

Zu den Atelierkirchentagen im August 2019 in Molau. #playingarts #resonanz

 

An der Schwelle zum Himmlischen Jerusalem klingt das Neue wie das Rauschen der Blätter von vorn. Und dann kannst Du spüren, wie die Welt sein könnte.

Wenn Kinder goldene Schiffe auf dem Wasser fahren lassen, das der Wind zu Wellen faltet und der Himmel sich öffnet. Alles gewollt. Christenmenschen sagen: von Gott.

Wenn Menschen ein und aus gehen und sagen: Es ist gut, auch wenn ich nicht glaube. Das Gute ist präfidel. Es muss nur einer da sein, der hinzeigt. Eine war die erste und sie spielte vor Gott.

Saiten machen Klänge alter Lieder an Orten, an denen sechzig Jahre geschwiegen wurde. Und nur das Klirren zersplitternder Fensterscheiben zu hören gewesen wäre, wenn denn jemand zugehört hätte.

In Ewigkeitsworten, die sie für ihre Lieben fanden, in Saat und Ruhe und Blühen und Engeln und Schlummern, im Schlummern nisten Spuren von Kornkammern.

Sie haben extra das Gras gemäht, das über den Tod gewachsen ist, damit alle lagern und teilen, wie Brot und Fische und Worte: Dinge von hier und aus der weiten Welt und Gebäck und Bier.

Am Ende wird aufgetan, mit Sicherheitssschlüsseln und Händen und Kneifzangen und Herzensschlüsseln. Und in jeder Biegung ein Gebet; Worte, die deutlicher sind als Spuren aus Staub.

Und Frauen und Männer und Kinder – sie bringen ihre Zeit, Sonnenblumen, selbstgebackenen Kuchen, eimerweise Wildpflaumen und Staunen und Neugier.

Sind eigentlich die Texturen wichtig oder das Weiss?

Einer jagt dem Frieden nach und die Spuren gehen wohl nicht mehr aus der Kleidung (Nachtrag: Sie gehen raus. Viel zu leicht sogar. Es braucht nicht mal einen Vollwaschgang). Der Friede ist komplementärfarben. Der Frieden ist Spiegelung und zaubert Menschen ein Lächeln aufs Antlitz.

Worte tauchen ab und werden klarer.

Bewegungen werden sichtbar und erzeugen Schönheit.

Eine hämmert Worte in Papierbögen und legt sie überall hin. Worte wie Käfer, die überall hinkrabbeln, den GAU überleben und sich hinter dem Gold zur Schwelle des Neuen Jerusalem bevorzugt verschanzen; vermutlich, weil es dort am wärmsten ist.  Und sie bringt Gewächse, deren Namen ich nicht kenne, und sie bringt die Käfer auf die Altarstufen. Von der Seite fällt Hoffnung auf den Herrn Jesus und von der anderen die Buntheit. „Fast echt“, sagen die Leute, doch vielleicht ist es echter, als sie glauben.

Achtung, Erinnerung: Siehe, die Welt ist gut, bevor jemand glaubt.

#präfidel. Ich mag dieses Wort, es ist schon phonetisch schön und vielleicht heißt das ja  was.

Sie kommen in Kleidern und gebügelten Hosen und mit Rollatoren und in Begleitung. Ungläubig, staunend, fragend, sehnsüchtig.

Wer macht hier eigentlich was?

Die Scharniere des Darf-man-das-Eigentlich sind reichlich verschoben.

Der Tod wird verbunden, die Früchte portionsgerecht scheiblettiert, Blutspuren verwandeln sich in Rosenblätter und tragen die Sehnsucht in sich, frischgehalten zu werden, wenngleich mit Spuren. Manches braucht Kraft und bei den meisten Dingen machst Du Dir nicht nur die Kleider dreckig. Eine umarmt sie trotzdem, getragen von der Sehnsucht der Vielen, es ihr gleich zu tun.

Man müsste viel mehr in Kirchen leben, sagt eine.

Sie schauen, sie denken und sie lehnen sich an alten Mauern an. Sie sehen Dinge, die vorher auch schon da waren. Sie lernen alte Bekannte kennen. In ihren Augen, in ihnen spiegelt sich die Sonne, das Licht und der, der alles drei geschaffen hat. Wie Wasser, Schwelle, Blut. Wie Wohnung, Haus und Straße. Wie Sonnenblume, Käfer und Panther. Zusammen.

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